Cinema Paradiso in Düsseldorf: 6 besondere Orte für echte Filmkunst

Gemütliches Retro-Foyer eines Düsseldorfer Programmkinos mit historischer Holzkasse, Anzeigetafel, Popcorn-Maschine und alten Filmrollen.


Wer an Düsseldorf und Kultur denkt, hat schnell die Kunstsammlungen, die Kunstakademie oder das Schauspielhaus im Kopf. Doch unsere Stadt hat ein filmisches Herz, das tief schlägt. In den 1950er-Jahren erlebte Düsseldorf mit über 100 Lichtspielhäusern eine goldene Kinostadt-Ära – damals reisten Ikonen wie Alfred Hitchcock oder François Truffaut an den Rhein, um ihre Werke persönlich vorzustellen.

Auch wenn die Ära der Riesen-Multiplexe vieles verdrängt hat: Düsseldorfs Programmkinoszene lebt, trotzt dem Streaming-Trend und glänzt mit Charakter, Originalfassungen (OmU), handverlesenen Premieren und echter Kante.

Wir nehmen euch mit auf eine Tour durch die sechs spannendsten Filmkunst-Hotspots der Stadt – von traditionsreichen Sälen bis hin zu subkulturellen Hinterhöfen.

1. Metropol (Bilk) – Der modernisierte Grandseigneur

Mit über 85 Jahren Geschichte ist das Metropol an der Brunnenstraße das älteste durchgehend bespielte Kino der Stadt. Nach einem umfassenden Umbau präsentiert sich das Haus im Herzen von Bilk in frischem Glanz: moderne Sitze, zeitgemäße Belüftung und erstklassige Projektionstechnik. Als Hommage an das 2023 geschlossene Kultkino in Oberkassel wurde ein dritter kleiner Saal eingerichtet: das Souterrain.

  • Was es besonders macht: Die Mischung aus anspruchsvollen Dokumentarfilmen, Premieren mit Filmschaffenden und skurril-charmanten Formaten. Kult ist das aus Skandinavien stammende Strick-Kino, bei dem bei gedimmtem Licht genadelt, geplaudert und Film geschaut wird.

  • Adresse: Brunnenstraße 20, 40223 Düsseldorf (Bilk)

  • Öffnungszeiten: Kassenöffnung in der Regel 30 bis 45 Minuten vor der ersten Vorstellung (werktags meist ab ca. 16:30 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen ab ca. 14:00 Uhr).

  • Web: filmkunstkinos.de/kinos/metropol

2. Bambi (Stadtmitte / Little Tokyo) – Sternenhimmel & Midcentury-Charme

Mitten im quirligen japanischen Viertel an der Klosterstraße versteckt sich das 1963 eröffnete Bambi. Während Foyer und kleiner Saal behutsam modernisiert wurden, atmet der große Saal pure Nostalgie: Originale Midcentury-Ästhetik inklusive glitzerndem Sternenhimmel an der Decke.

  • Was es besonders macht: Neben hochkarätigen Erstaufführungen und intensiven Regiegesprächen ist das Bambi für engagierte Filmreihen wie den zweiwöchentlichen Queer Monday bekannt. Zudem arbeitet das Kino eng mit lokalen Kulturprojekten zusammen – etwa bei Filmreihen zu aktuellen Ausstellungen.

  • Adresse: Klosterstraße 78, 40211 Düsseldorf (Stadtmitte)

  • Öffnungszeiten: Täglich ab ca. 16:00 Uhr bzw. 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn.

  • Web: filmkunstkinos.de/kinos/bambi

3. Cinema (Altstadt) – Premierenkino mit Subkultur-Café

Mitten im Herzen der Altstadt an der Schneider-Wibbel-Gasse liegt das Cinema. Es ist weit mehr als nur ein Kino: Hier finden regelmäßig gefeierte Premieren mit prominenten Gästen (von Helge Schneider bis Lars Eidinger) statt. Für sein kuratiertes Programm wird das Haus regelmäßig von der Filmstiftung NRW und dem Bund ausgezeichnet.

  • Was es besonders macht: Die Kombination aus Programmkino und lebendigem Szenetreff. Das angeschlossene Cinema-Café dient als Bühne für Live-Musik und Kultur-Events. Feste Programm-Highlights sind Kunstreihen wie Exhibition on Screen sowie hochauflösende Theaterübertragungen aus London (National Theatre Live).

  • Adresse: Schneider-Wibbel-Gasse 5, 40213 Düsseldorf (Altstadt)

  • Öffnungszeiten: Täglich geöffnet, Einlass und Cafébetrieb starten meist ab 14:30 Uhr (wochenends teilweise früher).

  • Web: filmkunstkinos.de/kinos/cinema

4. Atelier im Savoy (Friedrichstadt / Stadtmitte) – Filmkunst mit Grandezza

1958 als hochmodernes 70-mm-Premierenkino eröffnet, schrieb das Savoy an der Graf-Adolf-Straße Kinogeschichte. Der Souterrain-Saal wurde kurz nach der Eröffnung zum ersten echten Filmkunsttheater Düsseldorfs und Mitbegründer der Gilde Deutscher Filmkunsttheater. Heute teilt sich das Gebäude den Raum mit dem bekannten Savoy Theater (Kleinkunstbühne), während das Atelier im Untergeschoss anspruchsvolles Arthouse-Kino zelebriert.

  • Was es besonders macht: Gediegenes Kinovergnügen mit Geschichte. Hier feierten schon Nouvelle-Vague-Ikonen wie François Truffaut ihre Werke – ein Renommee, das internationale Stars auch heute noch zu Premieren anzieht.

  • Adresse: Graf-Adolf-Straße 47, 40210 Düsseldorf

  • Öffnungszeiten: Täglich geöffnet, Kasse öffnet ca. 30 Minuten vor dem ersten Filmstart.

  • Web: filmkunstkinos.de/kinos/atelier

5. Black Box (Altstadt / Carlstadt) – Stummfilm mit echter Welte-Kinoorgel

Die Black Box ist das hauseigene Kino des Düsseldorfer Filmmuseums und liegt malerisch am Alten Hafen. Mit 135 Plätzen konzipiert, schert sich dieser Saal bewusst nicht um Blockbuster oder aktuelle Charts, sondern widmet sich dem Erhalt und der Vermittlung des weltweiten Filmerbes.

  • Was es besonders macht: Ein absolutes Alleinstellungsmerkmal ist die historische, voll funktionsfähige Welte-Kinoorgel, mit der Stummfilmklassiker live musikalisch begleitet werden – ein Gänsehaut-Erlebnis! Reihen wie Stationen der Filmgeschichte oder 42nd Street Düsseldorf holen vergessene Schätze auf die Leinwand.

  • Adresse: Schulstraße 4, 40213 Düsseldorf (im Filmmuseum)

  • Öffnungszeiten: Vorführungen finden dienstags bis sonntags statt (montags spielfrei). Die Kasse öffnet 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn.

  • Web: duesseldorf.de/filmmuseum/black-box

6. Filmwerkstatt Düsseldorf (Flingern) – Do-it-Yourself im Hinterhof

In einem typischen Flingener Fabrikhinterhof an der Birkenstraße zeigt sich Düsseldorfs unabhängige Filmarbeit von ihrer rauesten Seite. Die 1976 aus der Kunstakademie hervorgegangene Filmwerkstatt ist kein klassisches Verzehrkino, sondern ein gemeinnütziges Zentrum für Medienkunst, Talentförderung und Diskurs mit eigenem Filmlab und Technikverleih.

  • Was es besonders macht: Radikal unabhängig und partizipativ. Neben Vorführungen experimenteller Filme und Werkschauen junger Filmschaffender sind die alljährlichen sommerlichen Flingern-Lichtspiele (Open-Air-Kino auf der Hinterhof-Terrasse) ein echter Geheimtipp abseits der Touristenpfade.

  • Adresse: Birkenstraße 47 (im Hof), 40233 Düsseldorf (Flingern)

  • Öffnungszeiten: Abhängig von Workshops und Filmabenden; Veranstaltungen finden vor allem an den Wochenenden und zu Sonderterminen abends statt (vorab Programm prüfen!).

  • Web: filmwerkstatt-duesseldorf.de

Travel-Düsseldorf Tipp fürs Kinoprogramm

Wer tagesaktuell wissen will, welcher Film in welchem Saal im Original läuft, schaut am besten direkt auf filmkunstkinos.de vorbei.

Für die komplette Übersicht aller Programm-, Unabhängigen- und Sonderkinos in Düsseldorf und Umgebung ist das Stadtmagazin Biograph die verlässlichste Adresse – sowohl gedruckt an vielen Gastro-Tresen als auch digital auf biograph.de.

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*Titelbild wurde mit Hilfe von KI erstellt

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