Berühmte Persönlichkeiten: Harry aus der Bolkerstraße: Eine kleine Liebeserklärung an Heinrich Heine

 

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Die Stadt Düsseldorf ist sehr schön, und wenn man in der Ferne an sie denkt und zufällig dort geboren ist, wird einem wunderlich zumute.“

Niemand hat die Sehnsucht nach unserer Heimat so poetisch und gleichzeitig so schmerzhaft auf den Punkt gebracht wie unser „Harry“. Geboren mitten im Trubel der Altstadt, war Heinrich Heine der scharfzüngigste Beobachter, der größte Romantiker und gleichzeitig der wunderbarste Querulant, den diese Stadt je hervorgebracht hat.

Er liebte Düsseldorf – und verzweifelte an der spießigen Enge der preußischen Zeit. Die Stadt tat sich historisch gesehen verdammt schwer mit ihrem Freigeist: Zu spitz war seine Feder, zu rebellisch sein Geist, zu jüdisch seine Herkunft für die Ewiggestrigen. Jahrelang stritt man über Denkmäler, Universitätsnamen und Ehrungen. Doch wer wie Heine die Freiheit, den Humor und die Selbstironie atmet, passt in Wahrheit nirgendwo besser hin als an unseren Rhein.

Heute ist er überall: in Straßennamen, auf dem Campus und in den Herzen. Höchste Zeit für einen Spaziergang auf seinen Spuren – mit offenem Blick und ein bisschen Wehmut.

Auf den Spuren des Poeten: Der Heine-Rundgang durch Düsseldorf

Schnapp dir bequeme Schuhe und folge Harrys Spuren vom U-Bahn-Trubel bis in die stillen Ecken der Carlstadt:

1. Startpunkt: Heinrich-Heine-Allee & Heinrich-Heine-Platz

Wir starten direkt am Herzschlag der Stadt. Wer die U-Bahn-Station an der Heinrich-Heine-Allee in Richtung Carsch-Haus und Flinger Straße verlässt, steht mitten auf dem Heinrich-Heine-Platz. Vorbei am Pavillon lässt sich das städtische Gewusel wunderbar beobachten, bevor es in die Altstadtgassen geht.

2. Das Heine-Haus (Bolkerstraße 53) – Wo alles begann

Nur wenige Schritte weiter tauchst du in die Bolkerstraße ein. In der Hausnummer 53 erblickte Harry am 13. Dezember 1797 im Hinterhaus das Licht der Welt. Wo einst Windeln gewaschen wurden, schlägt heute das Herz der Düsseldorfer Literaturszene: Das denkmalgeschützte Gebäude beherbergt eine wunderbare, feine Buchhandlung, einen Treffpunkt und regelmäßige Autorenlesungen. Unbedingt reingehen und stöbern!

3. Zwischenstopp: Marktplatz, Rathaus & Jan Wellem

Folge der Bolkerstraße geradeaus bis zum Marktplatz. Genau hier stand Heine als Junge und bestaunte das imposante Reiterstandbild von Kurfürst Jan Wellem – eine Szene, die er später in seinen Jugenderinnerungen („Das Buch Le Grand“) unsterblich machte. Ein Blick ins Rathaus lohnt sich doppelt: Im Jan-Wellem-Saal erinnert eine Heine-Büste an ihn, und sein Name ist sogar in der Amtskette des Oberbürgermeisters verewigt. Eine späte, aber verdiente Versöhnung.

4. Rast am Schwanenmarkt: Das „Fragemal“

Vom Marktplatz aus schlendern wir gemütlich gen Süden über die Marktstraße und die Hohe Straße zum idyllischen Schwanenmarkt. Mitten im Grünen steht das wohl eindrücklichste Denkmal der Stadt: das 1981 von Bert Gerresheim geschaffene „Fragemal“. Die zerrissene Bronze-Büste zeigt keinen verklärten Dichterfürsten, sondern symbolisiert Heines innere Zerrissenheit, sein Exil und seine Brüche. Ein herrlicher Ort, um kurz innezuhalten.

5. Das Ziel: Heinrich-Heine-Institut (Bilker Straße 12–14)

Vom Schwanenmarkt sind es nur wenige Schritte in die wunderschöne, von Kopfsteinpflaster und Altbauten geprägte Bilker Straße. Hier wartet der krönende Abschluss: das weltweit einzige Heinrich-Heine-Museum! Das Institut hütet rund die Hälfte aller weltweit existierenden Originalhandschriften des Dichters. Nimm dir hier Zeit für die Dauerausstellung – zu sehen gibt es neben persönlichen Briefen und Liebesgeschichten sogar Heines originale Haarlocke und seine Totenmaske.

Denkmäler mit Vorgeschichte: Georg Kolbe & das Buch auf dem Campus

Wer noch nicht genug von Harry hat, findet im Stadtgebiet weitere spannende Spuren:

  • „Der aufstrebende Jüngling“ im Ehrenhof: Die Skulptur von Georg Kolbe entstand 1932. Die Nationalsozialisten verboten damals die Widmung an den jüdischen Dichter. Erst im Jahr 2002 – mit satten 70 Jahren Verspätung – bekam das Werk endlich seine offizielle Inschrift.

  • Das „Buch Heine“ an der Universität: Nach jahrzehntelangem Hin und Her wurde die Düsseldorfer Uni 1989 endlich zur Heinrich-Heine-Universität (HHU). Auf dem Campus erinnert seit 2012 ein weiteres monumentales Bronzebuch von Bert Gerresheim an den Namensgeber.

Travel-Düsseldorf Liebeserklärung: Lieber Harry, du hast uns geneckt, du hast uns den Spiegel vorgehalten, und wir haben uns manchmal fürchterlich zickig angestellt, dich gebührend zu feiern. Aber tief im Inneren wissen wir: Dein Witz, deine Melancholie und deine Frechheit sind reinster Düsseldorfer Urstoff. Auf dein Wohl beim nächsten Altbier!


* Bild wurde mit Hilfe von KI erstellt 

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