Senf, Schalk & Schärfe: Warum der Hoppeditz im Mostert badet 🤡🔥
Produktdetails auf einen Blick:
- Kult-Marke: ABB-Senf (Adam Bernhard Bergrath) – seit 1726 das Maß der Dinge.
- Karnevals-Check: Der Hoppeditz erwacht am 11.11. im riesigen Senftopf.
- Promi-Faktor: Vincent van Gogh verewigte den Pött mit dem Anker schon 1884.
- Die bittere Pille: ABB zieht nach Moers, Löwensenf ist längst in Bayern.
In Düsseldorf gehört Senf nicht nur auf die Wurst, sondern zur Mentalität. Wer am 11.11. miterlebt, wie der Hoppeditz vor dem Rathaus aus seinem überdimensionalen Senftopf klettert, der weiß: Wir Düsseldorfer brauchen die Schärfe, um den Mächtigen mal so richtig die Meinung zu geigen. Ohne diesen Topf wäre der Karneval in der Stadt schlichtweg undenkbar.
Das Ende der heimischen Mühle
Als alte Hasen aus der Hotellerie wissen wir: Ein Brauhaus ohne den grauen Steinguttopf auf dem Tisch? Kannste vergessen. Aber jetzt mal Butter bei die Fische – oder eben Senf auf den Braten: Die Ära der großen Düsseldorfer Senfmühlen ist vorbei.
Während Löwensenf seine Produktion schon vor Jahren nach Bayern verfrachtet hat, folgt nun das nächste Beben: Der legendäre ABB-Senf verabschiedet sich ab 2026 Richtung Moers. Da in der eigenen Stadt kein passendes Gelände gefunden wurde, muss die Tradition nun am Niederrhein weiterleben. Ein herber Schlag für alle, die das Handwerk gerne vor der Haustür behalten hätten.
500 Kilo Granit & ein berühmter Maler
Trotz des Umzugs bleibt das Innenleben des Topfes hoffentlich so, wie wir es lieben: Malzig-braun, scharf und nach wie vor zwischen gewaltigen, 500 kg schweren Granitsteinen kalt vermahlen. Dass die Rezeptur seit 1726 fast unverändert ist, hätte sicher auch Vincent van Gogh imponiert. Er fand den grauen ABB-Pött mit dem Anker-Symbol so schick, dass er ihn 1884 in einem seiner Stillleben festhielt.
Kleiner Angeber-Fakt für den nächsten Stammtisch: Der „aechte“ Mostert wird mit unfiltriertem Düsseldorfer Branntweinessig angerührt. Das sorgt für den ordentlichen Wumms, den man für einen echten Senfrostbraten braucht.
Unser Fazit
Produktion im Exil hin oder her: Wir lassen uns den Mostert nicht nehmen. Wir pilgern weiterhin in den Senfladen in der Berger Straße, atmen den Duft der Geschichte ein und feiern den Hoppeditz, wenn er aus seinem scharfen Bad steigt. Düsseldorf ohne Senf? Das wäre wie Altbier aus Reagenzgläsern – geht gar nicht!

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