Berühmte Persönlichkeiten - Mutter Ey – Düsseldorfs legendäre Kunst-Mama und ihr Platz im Herzen der Stadt

Wenn du durch die Altstadt schlenderst und plötzlich den Namen Mutter Ey liest, stolperst du über eine der spannendsten Persönlichkeiten der Düsseldorfer Kunstgeschichte. Wer war diese Frau, die heute ihren eigenen Platz, ein Café und gleich mehrere Denkmäler hat – und die einst als „Künstlermutter“ der Avantgarde galt?

Von der Bäckersfrau zur Kunst-Ikone

Johanna Ey, 1864 in Wickrath geboren, kam als junge Frau nach Düsseldorf und eröffnete in der Nähe der Kunstakademie auf der Ratinger Straße eine kleine Backstube.Ihr Leben war hart: zwölf Kinder, von denen acht früh starben, eine gescheiterte Ehe – und trotzdem gab sie nie auf. Stattdessen wurde sie zur guten Seele für die oft mittellosen Studenten und Künstler, die bei ihr Brot auf Kredit bekamen oder mit Bildern bezahlten – der Anfang einer bemerkenswerten Sammlung und Karriere als Galeristin moderner Kunst.

Aus der Backstube wurde schnell mehr als nur ein Laden: ein Treffpunkt der Avantgarde und Keimzelle der späteren Künstlergruppe „Das Junge Rheinland“, mit der Mutter Ey zur Symbolfigur einer neuen, mutigen Kunstszene wurde.

Kunst, Kaffee und jede Menge Herz

Mit ihrer berühmten Kaffeestube schuf Mutter Ey einen Ort, an dem Künstler, Musiker, Journalisten und Schauspieler Tür an Tür verkehrten. Sie gewährte Kredit, nahm Bilder als Zahlungsmittel und hatte immer ein offenes Ohr – oder ein Butterbrot – für ihre „Jungs“. Namen wie Otto Dix, Max Ernst oder Otto Pankok fanden bei ihr nicht nur Unterstützung, sondern auch Inspiration; viele von ihnen porträtierten sie, weshalb sie als eine der meistgemalten Frauen ihrer Zeit gilt.

Das Düsseldorfer Stadtmuseum und andere Sammlungen bewahren heute zahlreiche Porträts von ihr – ein sichtbares Zeichen dafür, welchen Stellenwert sie in der Kunstwelt der 1920er-Jahre hatte.

Ein Denkmal für eine außergewöhnliche Frau

2017 erhielt Mutter Ey im Andreasquartier einen eigenen Platz – den Mutter-Ey-Platz – samt eindrucksvoller Bronze-Statue des Bildhauers Bert Gerresheim.Auf dem Sockel findest du ein Zitat zu ihren Ehren, und wer um die Figur herumläuft, versucht oft, die Inschrift vollständig zu entziffern.

Direkt neben dem Denkmal liegt das Mutter Ey Café, das Vergangenheit und Gegenwart verbindet: Hier treffen Kunst, Kaffee und Architektur aufeinander, und in der oberen Etage können Künstler ausstellen – ganz im Geist der großzügigen Galeristin, die junge Talente förderte, lange bevor sie berühmt waren.

Anekdoten, die das Herz erwärmen

Mutter Ey war bekannt für ihre Herzlichkeit, ihren Humor und eine sehr eigene, herzhaft-direkte Art. Überliefert ist ihr Satz „Kunst muss nicht schmecken, Kunst muss satt machen!“ – ein Motto, das ziemlich gut zu der Frau passt, die aus Brot, Bildern und Begegnungen ein Stück Kulturgeschichte gemacht hat.

Wenn Künstler mal wieder pleite waren, gab es eben ein Stück Brot auf Kredit oder ein warmes Wort; sie verstand sich als „Amme der jungen Kunst“ und war stolz darauf, am Aufbau einer modernen Kunstepoche mitzuwirken.Genau diese Mischung aus Bodenständigkeit und Mut macht sie bis heute zu einer Legende.

Dein Besuchstipp: Mutter Ey erleben

Setz dich auf den Mutter-Ey-Platz, gönn dir einen Kaffee im Mutter Ey Café und lass die Atmosphäre zwischen Bronze-Denkmal, Kunst und Altstadtreiben auf dich wirken.Vielleicht spürst du ein bisschen von dem Geist dieser außergewöhnlichen Frau, die mit Herz, Humor und rheinischer Sturheit die Kunstszene geprägt hat – und vielleicht entdeckst du dabei auch deine eigene Lieblingsgeschichte hinter einem Düsseldorfer Denkmal.

Bleib neugierig, schau hinter die Namen auf den Straßenschildern und Plätzen – ohne Persönlichkeiten wie Mutter Ey wäre die Kunststadt am Rhein nur halb so bunt.

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